Kerbel

Der heimische Kerbel, meist eher bekannt unter dem Namen "echter Kerbel", gehört zur Familie der Doldenblütler und wird einjährig gepflanzt. Ursprünglich stammt das Kraut aus Südostasien, Südrussland und Westasien. Doch mittlerweile findet man ihn überall in Europa und Amerika. Dabei wird der Kerbel hauptsächlich als Würzkraut in Suppen, Salaten, Kräuterbutter und eigelbhaltigen Saucen wie beispielsweise der Hollandaise verwendet.

Übersicht – Kerbel

Botanischer Name: Anthriscus
Höhe: 45-60 cm
Aussaat: Mitte Frühjahr oder Spätsommer
Erde: anspruchslos
Lebensdauer: einjährige Pflanze
Standort kühl, halbschattig
Düngung: nicht nötig
Wasser: öfters gießen
Blütezeit: Sommer bis Spätsommer

Anbau und Vermehrung von Kerbel

Der Kerbel wächst ausgesprochen schnell auf feuchten, halbschattigen Plätzen. Dabei ist er relativ anspruchslos was dem Erdreich anbelangt. Vorzugsweise wird der Kerbel zweimal im Jahr ausgesät. Zum einen am Anfang oder in der Mitte des Frühjahres und zum anderen im Spätsommer. Somit kann gewährleistet werden, dass selbst in den dunklen Monaten frische Kerbelblätter bereit stehen.

Bei der Aussaat ist darauf zu achten das sich Kerbel ungern umpflanzen lässt, daher sollte im vornherein fest stehen, an welchem Stelle die Pflanze wachsen soll. Die Sämlinge sollten bei der Aussaat einen Abstand von ca. 22 cm zueinander besitzen.

Gartentipp: In Balkonkästen fühlt sich der Kerbel am wohlsten wenn er unter seines gleichen ist. Hierbei lohnt es sich einen Teil im Frühjahr auszusäen und den anderen Teil im Spätsommer.

Im Winter verträgt Kerbel viel Licht, bei starker Wintersonne muss er jedoch am Zimmerfenster schattiert werden.

Pflege

Bei der Pflege von Kerbel ist ein Großteil damit getan, wenn er in feuchten Böden, bei milden Temperaturen und im Halbschatten wächst. Am liebsten sind dem Kerbel kühle und verregnete Sommer. Da solche Sommer aber nicht immer gegeben sind, ist es wichtig dass an trockenen Tagen gut gewässert wird.

Ernte

Die Blätter können bereits 6 Wochen nach den ersten Keimlingen bis kurz vor der Blüte geerntet werden. Damit dieser Zeitraum soweit wie Möglich ausgenutzt werden kann empfiehlt es sich eventuelle Blütenstängel zu entfernen.

Verwendung von Kerbel

Kerbel wird seit dem 16. Jahrhundert als Küchenkraut angebaut. Die stark gefiederten, leicht süßlichen Blättchen werden oft als Fischgewürz verwendet und können auch Kartoffelgerichte verfeinern. Insbesondere warme Saucen wie der Béchamel oder Hollandaise aber auch frische Salate und allerlei Kräuterquarks, können von diesem Kraut des Kerbels profitieren. Bei der Verwendung in der Küche sollte auf frischen Kerbel zurückgegriffen werden, da getrockneter Kerbel wenig Eigenaroma besitzt.

In der Heilkräuterkunde ist der Kerbel mehr oder minder ein unbeschriebenes Blatt. Als einziger Anwendungsbereich kommt ein Kerbelumschlag in Frage. Dieser soll lindernd auf Gelenkschmerzen wirken.

Tipp: Der Kerbel kann kleingehackt und zusammen mit etwas Brühe in Eiswürfelbereiter gefüllt und eingefroren werden. Die dadurch entstehenden Eiswürfel können später zur Verfeinerung von Suppen eingesetzt werden.